Komponisten
E. Elgar: Konzert für Cello und Orchester, emoll, op 85
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Über die Entstehungsgeschichte von Schuberts h-moll-Symphonie, dem berühmtesten Werk des Meisters auf symphonischem Gebiet, konnte eine mit einwandfreien historischen Belegen gesicherte Klarheit bis heute noch nicht erzielt werden. Fest steht nur, dass Schubert das Werk im Herbst 1822 komponiert und mit der Ausführung der Partitur am 30. Oktober begonnen hat. Da nur der erste und zweite Satz abgeschlossen vorliegen, erhielt die Symphonie den Beinamen „Unvollendete“. Das Jahr 1822 kann als der Zeitpunkt angesehen werden, zu dem Schubert zum Stadium der künstlerischen Vollreife gelangt war. Mit der „Unvollendeten“ macht sich auf symphonischen Gebiet ein Stilwandel bemerkbar, demzufolge der Komponist gegenüber den vorangegangenen Symphonien neue Wege beschritten hat. Wohl hat er auch bei der h-moll Symphonie am klassischen Formschema festgehalten; aber die Abhängigkeit von den Vorbildern ist nunmehr geschwunden. Der eigentümliche Reiz der Unvollendeten liegt vielleicht darin, dass die beiden Sätze trotz der wundervollen Geschlossenheit des Werkes gegensätzliche Welten berühren: im Irdischen verwurzelt ist der erste Satz mit seinem von Melancholie und Sehnsucht erfüllten erste Hauptgedanken, seinem in der Wiener Volksmusik beheimateten zweite Thema und mit den von dramatischen Steigerungen durchzogenen kämpferischen Partien. Dem tritt im zweiten Satz eine überirdische Sphäre von ewiger Schönheit und seliger Abgeklärtheit gegenüber.
Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre zur „Zauberflöte“
Nach einem feierlichen Adagio mit seinen drei einleitenden gewaltigen Es-Dur-, c-moll-, Es-Dur-Akkordschlägen fügt sich ein kunstvoll verschlungenes Fugato an. Das Thema überwindet dann aber alle Schwere des Satzes durch die heitere Anmut. Das Fugato führt wiederum zu drei feierlichen Bläserakkorden zurück, die an den Anfang der Ouvertüre erinnern. Es sind dieselben, welche später in der Oper in der Versammlung der eingeweihten Priester Sarastros Sonnentempel ertönen, zum Zeichen, dass Tamino aufgenommen und zu den Prüfungen zugelassen ist. Es-Dur und verwandte Tonarten erklingen hierbei im Mittelpunkt und versinnbildlichen Sarastros reich, ebenso wie die Holzbläser und Posaunen mit ihrem warmen, feierlichen Glanz, sollen sie die übermenschliche Allmacht des Herrschers und die weihevolle Hoheit des priesterlichen Bezirks verdeutlichen. Antonin Dvorák (1841-1904) Symphonie Nr. 9 e-moll „Aus der neuen Welt“
Uraufführung am 16. Dezember 1893 New York
Ende des 19. Jahrhunderts rang Amerika um eine eigenständige „nationale“ Musik, ohne dass klare Vorstellungen bestanden, auf welcher Grundlage sie aufbauen sollte. Als Dvorak 1892 zum Direktor des New Yorker „National Conservatory“ berufen wurde, setzte man große Hoffnung auf ihn, denn er galt zu jener Zeit als international anerkannter Komponist, der im national-folkloristischen Geist komponierte. Für sein erstes Werk, das er in Amerika schrieb, benutzte er den Titel „Aus der neuen Welt“, der jedoch keine inhaltliche Orientierung andeutete. Die zahllosen Spekulationen, in diesem Werk seien „Indianische“ Motive verarbeitet, hat der Komponist selbst für Unsinn erklärt. Die oft als Beweis zitierte Pentatonik einzelner Themen – vor allem der Englischhorn-Melodie des Adagios – ist in der slawischen Volksmusik ebenfalls anzutreffen. Auch die Synkopen des ersten und dritten Themas im Kopfsatz reflektieren böhmische Folklore ebenso wie Negro-Spirituals. Selbst das Hauptthema des Scherzos kann als schöpferischer Reflex auf das Scherzo der „Neunten Symphonie“ Beethovens verstanden werden oder als stilisierter „Indianertanz“. Jedoch hat Dvorak nicht verschwiegen, dass er sich während seiner Arbeit an dieser Symphonie durch die Lektüre von Henry Wadsworth Longfellows Indianer-Epos „Song of Hiawatha“ inspirieren ließ. Die Symphonie erlebte bei ihrer Uraufführung einen enormen Erfolg, wobei die Musikkritiker sie sogleich als sogenannte „amerikanische“ Symphonie vereinnahmten. Ludwig van Beethoven (1770-1827) Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Das vierte Klavierkonzert stellt einen Höhepunkt der Gattung im Schaffen Beethovens, sowie für das ganze 19. Jahrhundert, dar. Solistin und Orchester sind nicht nur gleichberechtigt, sondern zu einer Einheit verschmolzen. Die reichlich vorhandene Virtuosität im Solopart verliert ihren Eigenwert und wird in den symphonischen Kontext eingebunden. Unkonventionell beginnt das Konzert verhalten zögernd mit der Solistin worauf nach nur wenigen Takten ein langer orchestraler Teil erfolgt. Es scheint der Beginn eines mit höchster Feinheit konzipierten Gesprächs zwischen Solo und Tutti, bei dem wie selbstverständlich eines aus dem anderen herauswächst. Wie ungewöhnlich und neu das ständige Miteinander in den Ecksätzen fasziniert, gibt es dagegen im Andante con moto ein starkes Gegeneinander von Klavier und Orchester. Es entfaltet sich eine starke Dramatik, die einer antiken Szene gleicht. Die Streicher, ein meist im Unisono stehendes drohend punktiertes Schreiten spielend, und das Klavier, mit melancholischer flehender Kantilene, stehen sich hier völlig fremd gegenüber. Unmittelbar schließt sich das Rondo an, leise und behutsam die ätherische Stimmung aufnehmend und erst langsam sich steigernd zu heiterer Frische. Die Coda rekapituliert noch einmal kurz den Höhepunkt der Durchführung, führt dann aber in einer Presto-Stretta entschlossen das Konzert zum Schluß. Edvard Grieg (1843-1907) Aus Holbergs Zeit - Suite im alten Stil op. 40
Im Jahr 1884 feierten die Skandinavier den 200. Geburtstag des dänischen Dichters und Historikers Ludvig Holberg (1684–1754). Aus diesem Anlass schrieb Grieg seine „Holberg-Suite für Streichorchester im alten Styl“, in der er Elemente der barocken Tanzsuiten, wie sie Couperin, Rameau und Bach pflegten, mit seiner eigenen romantischen Musiksprache vereint. Die Suite besteht aus fünf Sätzen. Von heiterer Ausdruckskraft geprägt sind der Eröffnungssatz, die „Gavotte“ (3. Satz) und der Rigaudon, ein provenzalischer Sing- und Spieltanz (5. Satz). In den beiden Ecksätzen dominieren „barocke“ Achtel- und Sechzehntelbewegungen, die nach Händelscher Art in kadenzierenden Schlußtakten mit breiten Vierteln enden. Griegs eigene Tonsprache kommt besonders in den ruhigen Sätzen „Sarabande“ (2. Satz) und „Air“ (4. Satz) zum Tragen, beispielsweise durch die chromatischen Fortschreitungen in den Mittelstimmen der Sarabande. Die ruhige „Air“, die ein wenig an die berühmte „Air“ von Bach (aus der 3. Orchestersuite D-Dur) erinnert, strahlt einen sehr festlichen Charakter aus.
Antonín Dvořák (1841 -1904)Slawische Tänze op. 46 und op. 72
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791)Konzert für Oboe und Orchester KV 314
Franz Schubert (1797 - 1828)Ballettmusik zu Rosamunde op. 26Symphonie Nr. 7 h-moll D 759 – Die UnvollendeteDie Geschichte von Schuberts Ballettmusik ist dabei wiederum verknüpft mit einer schillernden Persönlichkeit seiner Zeit: der Journalistin, Dichterin und Librettistin Helmina von Chézy. Der unfreiwilligen Komik ihres Librettos wurde bereits ein erheblicher Anteil am nur mäßigen Erfolg der Oper „Euryanthe“ von Carl Maria von Weber zugeschrieben, als sich Schubert auf eine Zusammenarbeit mit ihr einließ. In ihrem Libretto „Rosamunde, Fürstin von Zypern“, wimmelt es nur so von intriganten Regenten, schmachtenden Liebhabern, vergifteten Briefen, schiffbrüchigen Prinzen, vereitelten Mordanschlägen, Verkleidungen und Verwechslungen. Auch wenn das Premierenpublikum Schuberts Musik mit Beifall aufnahm und die Wiederholung mehrerer Stücke forderte, konnte das Gesamtkonzept nicht überzeugen, so dass der Sekretär des Grafen Esterházy, Josef Karl Rosenbaum, noch am Abend der Premiere am 20. Dezember 1823 in seinem Tagebuch notierte: „Leer, langweilig, unwahr-scheinlich.“ Sein lakonisches Urteil wurde nahezu ausnahmlos in den fol-genden Besprechungen geteilt, so dass das Stück bereits nach der zweiten Aufführung abgesetzt wurde und damit den Schlusspunkt der zu Lebzeiten Schuberts aufgeführten Bühnenwerken bildete. Erst 1867 wurden die ver-schollenen Orchesterstimmen von George Grove in Schuberts Nachlass wiederentdeckt und die konzertante Aufführung der Werke allmählich Teil des Repertoires. Grove war auch der erste, der auf Grund von Übereins-timmungen in Tonart, Instrumentierung und Entstehungszeitpunkt darüber spekulierte, dass die erste Zwischenaktsmusik der Ballettmusik zu Rosa-munde der verschollene Finalsatz der „Unvollendeten“ Symphonie Nr. 7 sei. Damit stand er am Anfang einer Reihe von Personen, die sich durch das Fragmentarische dieses außergewöhnlichen Werks herausgefordert fühlten. Der Musikwissenschaftler Wolfram Steinbeck bemerkt zu Recht, dass es kaum ein Werk der Musikgeschichte gebe, um das sich so viele Fragen und „fantastische Geschichten und Legenden“ rankten wie um Schuberts „Unvollendete“. Warum existieren zwei Sätze in Reinschrift in der Partitur, vom dritten Satz aber nur die ersten neun Takte? Gab es einen vierten Satz? Warum blieb das Manuskript beinahe fünfzig Jahre bei Freunden Schuberts, so dass die Uraufführung erst 1865 stattfinden konnte? Warum gibt es kaum Zeugnisse Schuberts hierzu? Insbesondere die bohrende Frage „warum unvollendet?“ hat die Menschen immer wieder umgetrieben und zu Kuriositäten geführt, wie den 1928 von der Columbia Gramophone Company veranstalteten Wettbewerb zur „Vollendung“ der Symphonie. Die Nachwelt wird sich offensichtlich damit abfinden müssen, dass dieses „in jeder Hinsicht rätselhafteste“ (Steinbeck) Werk auch weiterhin Fragen auf-wirft. Der Physiker Albert Einstein hat es wohl auf den Punkt gebracht, als er in der Vossischen Zeitung am 18. November 1928 zum Ausdruck brach-te, was seiner Meinung nach zu Schubert zu bemerken sei: „Musizieren, lieben – und Maul halten“.
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)Ouvertüre "Ein Sommernachtstraum"
Joseph Haydn (1732 - 1809)Symphonie Nr. 94 „Mit dem Paukenschlag“ - G-Dur
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