Home> > Februar 2001 > Franz Schubert: 8. Symphonie h-moll (unvollendet)
Kom_Konzert_Februar_2001
Über die Entstehungsgeschichte von Schuberts h-moll-Symphonie, dem berühmtesten Werk des Meisters auf symphonischem Gebiet, konnte eine mit einwandfreien historischen Belegen gesicherte Klarheit bis heute noch nicht erzielt werden. Fest steht nur, dass Schubert das Werk im Herbst 1822 komponiert und mit der Ausführung der Partitur am 30. Oktober begonnen hat. Da nur der erste und zweite Satz abgeschlossen vorliegen, erhielt die Symphonie den Beinamen „Unvollendete“.  Das Jahr 1822 kann als der Zeitpunkt angesehen werden, zu dem Schubert zum Stadium der künstlerischen Vollreife gelangt war. Mit der „Unvollendeten“ macht sich auf symphonischen Gebiet ein Stilwandel bemerkbar, demzufolge der Komponist gegenüber den vorangegangenen Symphonien neue Wege beschritten hat. Wohl hat er auch bei der h-moll Symphonie am klassischen Formschema festgehalten; aber die Abhängigkeit von den Vorbildern ist nunmehr geschwunden. Der eigentümliche Reiz der Unvollendeten liegt vielleicht darin, dass die beiden Sätze trotz der wundervollen Geschlossenheit des Werkes gegensätzliche Welten berühren: im Irdischen verwurzelt ist der erste Satz mit seinem von Melancholie und Sehnsucht erfüllten erste Hauptgedanken, seinem in der Wiener Volksmusik beheimateten zweite Thema und mit den von dramatischen Steigerungen durchzogenen kämpferischen Partien. Dem tritt im zweiten Satz eine überirdische Sphäre von ewiger Schönheit und seliger Abgeklärtheit gegenüber.
 

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