
Sir Edward Elgar schrieb dieses Cellokonzert im Jahre 1919. Das Konzert ist ein herbstliches Werk Elgars, vergleichbar der späten Kammermusik seines Vorbildes Johannes Brahms. Zusammen mit anderen Stücken Elgars aus dieser Zeit spiegelt das Cellokonzert den deutlichen Umbruch wider, der sich im Stil des Komponisten gegen Ende des ersten Weltkrieges vollzog. Aus den forschen Exerzierklängen der beiden Symphonien und der Pomp and Circumstance-Märsche war ein merklich verhaltener, nach innen gekehrter und gleichsam entschlackter Ausdruck geworden. Der Biograph Michael Hurd sagt, diese Musik sei „voll Traurigkeit und Bedauern“, die heroische Seite Elgars werde zum Verstummen gebracht, sie sei nur noch ein geisterhaftes Echo, von Melancholie durchzogen. Nach den Worten eines anderen Elgar-Kenners ist das Cello-Konzert ein „höchst sensibel aufgezeichnetes Dokument der Geisteshaltung des alternden Komponisten." Auf die Frage der Bedeutung des Stückes antwortete Elgar schlicht: “Die Einstellung eines Menschen zum Leben.“ Das Konzert erklang zum ersten mal am 27. Oktober 1919 in der Londoner Queen´s Hall.