Kom_Konzert_Februar_2004
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550Besonders die Sinfonie g-moll wurde wegen ihrer schmerzlich düsteren Grundhaltung gern als bekenntnisreiches Werk angesehen. Hier versuchte man die verzweifelte Lebenssituation Mozarts in der Musik wiederzufinden, aber wie in vielen anderen Fällen sind dies nur Spekulationen. Die Sinfonie g-moll liegt quasi in zwei Fassungen vor. Ursprünglich sah Mozart keine Klarinetten vor, fügte diese aber später hinzu. Ihre Popularität erhielt diese Sinfonie gewiss durch ihre sich leicht einprägsamen und plastischen Themen. Allerdings ist durch mediale Überrepräsentanz das Neuartige und Besondere dieser Sinfonie für ungeübte Hörer oft nicht erkennbar. Ihre Ausdrucksphäre wird durch Tragik, Schmerz, Resignation und Melancholie stark geprägt. Selten ertönt eine Aufhellung oder Entspannung. Gerade in den Ecksätzen, vor allem zu Beginn der Durchführungen steigert sie sich zu einer Leidenschaftlichkeit, unter der die Ordnung der Form fast zerbricht. Die Durchführung des ersten Satzes überbietet in Hinsicht auf die Radikalität des Tonartenplanes und den damit verbundenen kontrapunktischen Kühnheiten alles je zuvor gehörte. Im Andante mildert sich die instrumentale Rede zu einem von der chromatischen Melodik und Harmonik des späten Mozart getragenen melancholischen Gesang. Der ruppige dritte Satz lebt vom rhythmischen Streit der Synkopen gegen die geraden Viertelnoten, die den Menuettcharakter bestenfalls erahnen lassen. Das Finale gewährt nur für wenige Augenblicke Inseln der Ruhe, ansonsten wird alles von einer ungeheuren Kraft und Energie mitgerissen. Kommentar schreiben
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