Modest Mussorgski (1839 - 1881) „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“
| Kom_Konzert_Februar_2004 |
Modest Mussorgski (1839 - 1881)
„Eine Nacht auf dem kahlen Berge“
Durch die Bekanntschaft mit Balakirew schloß er sich dem „Mächtigen Häuflein“, einer Gruppe junger in Petersburg wirkender russischer Musikdilettanten, an. Sie strebten danach, eine vom Westen unabhängige, aus den Traditionen der russischen Volksmusik schöpfende und von der Sprachdeklamation ausgehende russische Musik zu schaffen.
Während die anderen Komponisten des „Mächtigen Häufleins“ das russische Volkslied nach allgemeinen europäischen Grundsätzen behandelten, erkannte Mussorgski den Unterschied der Stile der westeuropäischen und osteuropäischen Volkslieder und berücksichtigte dies in seinen Werken. Auf seine Freunde wirkte seine Musik oft befremdlich.
Seine instrumentalen Werke waren stets verbunden mit außermusikalischen Vorstellungen. So auch das 1867 von ihm ursprünglich für Klavier komponierte Werk „Johannisnacht auf dem kahlen Berge“. Mussorgski bezeichnete es als „ein original russisches Werk“ und gliederte das Stück in vier Abschnitte: 1. „Versammlung der Hexen und ihr Geschwätz“, 2. „Satans Zug“, 3. „Verherrlichung des Satans“ und 4. „Hexensabbat“. Beim Höhepunkt des Hexensabbats läutet von fern das Glöckchen einer Dorfkirche. Der „Kahle Berg“ erhebt sich in der Nähe von Kiew und stellt ein ukrainisches Gegenstück zum deutschen Blocksberg dar, auf dem sich einem alten Volksglauben zufolge die Hexen zu nächtlicher Stunde versammeln.
Die vielfach auftretende Chromatik und die starken Dissonanzen befremdeten Rimski-Korsakow und seinen Kreis, so dass er nach dem Tode Mussorgskis das Werk stark umarbeitete und instrumentierte, es glättete im „ästhetischen“ Sinne. In dieser Fassung gelang das Werk 1886 in Petersburg zur Aufführung und erklingt so auch heute meist in den Konzertsälen. Allerdings lag von Mussorgski eine komplette Originalpartitur des Werkes vor. In dieser Originalfassung erklang das Stück 1932 in London zum ersten Mal.
