Charles Gounod (1818 1893) „Petite Symphonie“ für Bläser
| Kom_Konzert Februar 2005 |
Charles Gounod (1818 1893)
„Petite Symphonie“ für Bläser
Charles Gounod, heute meist bekannt durch das „Ave Maria“, nach der Melodie zu Johann Sebastian Bachs erstem Präludium aus dem ersten Band des „Wohltemperierten Klaviers“, studierte zunächst privat bei Anton Reicha und wechselte nach dessen Tod an das Pariser Consérvatoire. 1839 errang er den Prix de Rome.
Zunächst befaßte er sich hauptsächlich mit geistlicher Musik und debütierte erst 1851 mit seiner Oper „Sapho“ zum Opernkomponisten. Erstmalige Berühmtheit erlangte er jedoch 1859 durch seine heute noch sehr geschätzte Oper „Faust“, die in Deutschland meist unter dem Tiltel „Margarethe“ gespielt wird. Neben weiteren Opern entstanden vor allem in den letzten Lebensjahren unzählige geistige Werke und auch die „Petite Symphonie“.
Paul Taffanel (18441908), der damals sehr berühmte Flötist und Organisator spezieller Kammermusikkonzerte für Blasinstrumente, bat Gounod, 1885 für diese Konzertreihe ein Werk zu komponieren. Gounod wählte, in Anlehnung an Mozarts Bläserserenaden, jeweils zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte und zwei Hörner als Besetzung. Aus Hochachtung vor seinem Freund Taffanel kam noch eine SoloFlöte dazu.
Wie die meisten Werke Gounods schaut die „Petite Symphonie“ in eine vergangene Zeit zurück. Auf formaler Ebene gleicht sie einer Sinfonie der „Wiener Klassik“. Trotzdem kann sie als romantisch bezeichnet werden, da die Melodien in großen farbigen Bögen gestaltet sind.
Der erste Satz beginnt mit einer langsamen Introduktion im Stile Haydns. gleitet dann aber in einen formalen Sonatensatz hinüber.
Das Adagio, der langsame zweiten Satz, erinnert an eine Opernarie. die Flöte spielt die Stimme der Primadonna, die anderen Instrumente werden zum Orchester, die bis auf wenige Soli die „Sängerin“ begleiten. Im Scherzo erinnert das Thema eher an die Melodie einer Jagd als an einen klassischen Tanz, doch enthält es ein vollständiges Trio mit anschließendem da capo des Hauptthemas.
Das Finale, ausgestattet mit zahlreichen Staccati und durch alle Instrumente des Ensembles wechselnde kleine Soli, bringt nicht nur den Spielern hörbares Vergnügen.
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