Gustav Mahler (1860 1911) aus: „Des Knaben Wunderhorn“
| Kom_Konzert Februar 2005 |
Gustav Mahler (1860 1911)
aus: „Des Knaben Wunderhorn“
Gustav Mahler, aus armen Verhältnissen stammend, war das zweite von zwölf Kindern. Dank seiner großen Begabung kam er bereits 15jährig an das Konservatorium in Wien und besuchte als Privatschüler den Unterricht Anton Bruckners. Sein Examen legte er mit Auszeichnung ab und erhielt erste Preise für Klavierspiel und Komposition.
Nachdem er in mehreren Orten, wie beispielsweise Laibach, Kassel, Leipzig und Hamburg als Kapellmeister gearbeitet hatte, wurde er 1897 Direktor der Wiener Hofoper. Hier revolutionierte er das Theaterleben, indem er den Spielplan veränderte und die Aufführungen als Dirigent und Regisseur in einer Person betreute. Durch seine intensive Arbeit am Theater blieb ihm nur im Sommer in den Theaterferien Zeit zum Komponieren.
Seine für Orchester geschriebenen Lieder nach „Des Knaben Wunderhorn“ entstanden zum größten Teil in den Jahren 1892 bis 1898 und wurden 1899 veröffentlicht. Die Texte der Lieder stammen aus der berühmt gewordenen Anthologie „Alte deutsche Lieder“, die Achim von Arnim und Clemens Brentano zusammengestellt und in drei Bänden 1806 und 1808 herausgegeben hatten. Die Beliebtheit der Anthologie liegt sicher in der Sehnsucht des 19. Jahrhunderts nach der verlorenen Unschuld einer fernen Vergangenheit.
Eine solche romantische Verklärung wies Mahler mit seinen Orchesterliedern entschieden zurück. Satt dessen nimmt er die Texte beim Wort, versetzt sich in die Gedichte hinein, als handelten sie von seiner Jetztzeit. Die Besonderheit der Wunderhorn Lieder beruht auf seinem Realismus und ihrem geradezu antiromantischen Charakter. Auch zeichnen sie sich durch außergewöhnlichen harmonischen Erfindungsreichtum aus.
Einige Vertonungen erhielten später einen anderen Kontext. So verwandte er beispielsweise das Thema von „Urlicht“ im langsamen Satz der 2. Sinfonie. Auch nachfolgende Sinfonien beziehen sich oft en passant auf „Wunderhorn“ – Vertonungen.
CDS
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