Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791)
Konzert für Oboe und Orchester KV 314

Mozart wird im allgemeinen eine problematische Beziehung zu Blasinstru-menten nachgesagt, was am besten im Fall der Flöte belegt ist, einem In-strument, „das ich nicht leiden kann“, wie Mozart 1778 an seinen Vater schrieb. Insgesamt finden sich unter den rund 40 Instrumentalkonzerten Mozarts nur sieben für solistisches Blasinstrument, deren Komposition überwiegend der Bekanntschaft mit einem bestimmten Instrumentalisten oder finanziellen Nöten zu verdanken ist. Auf das Oboenkonzert KV 314 trifft dies in doppelter Weise zu: Ursprünglich entstanden ist es vermutlich in der kurzen Zeit im Jahre 1777, in der Mozart sich gleichzeitig mit dem gefeierten Oboenvirtuosen Giuseppe Ferlendis in Salzburg aufhielt; überlie-fert ist es in weiten Teilen als Flötenkonzert mit gleicher Köchelverzeichnis-nummer, das Mozart im Auftrag eines reichen niederländischen Musiklieb-habers in Zeiten existenzieller ökonomischer Not der Familie Mozarts ver-fasste. Mozart hatte eine Reihe von Originalkompositionen versprochen, konnte aber – auf Grund amouröser und anderer Ablenkungen – nicht voll-ständig und nur unter heimlichem Rückgriff auf das bereits komponierte Oboenkonzert liefern. Den Standpauken seines Vaters versuchte Mozart sich mit allerlei Entgegnungen zu entwinden, unter denen sich auch sein ablehnendes Urteil über die Flöte findet, die man ihm am Ende dann viel-leicht doch nicht zu wörtlich auslegen sollte. Überliefert ist uns damit auf Grund der Quellenlage ein Konzert, das zwar in unterschiedlichen Fassungen gespielt wird, aber dennoch zu den beliebtesten Oboenkonzerten zählt und unter Oboisten als „Messlatte und Meilenstein“ (Albrecht Mayer) gilt.