Antonín Dvořák (1841 -1904)
Slawische Tänze op. 46 und op. 72

„Ih – das ist ja hübsch!“ - entfuhr es 1878 Johannes Brahms, als er die be-geisterte Kritik Louis Ehlerts über Antonín Dvořáks „Klänge aus Mähren“ und „Slawische Tänze“ [op. 46] las. Dvořák war zu der Zeit ein außerhalb der Sphäre Prags weitestgehend unbekannter Komponist, der nur auf Emp-fehlung von Brahms die Chance bekam, seine Werke bei dem angesehenen Musikverleger Fritz Simrock zu veröffentlichen. Das Publikum begeisterte sich sofort für Dvořáks „Innigkeit“ und „natürliches Talent“ - da fiel es weniger ins Gewicht, dass es sich bei den „Slawischen Tänzen“ um Auf-tragsarbeiten handelte, bei denen der Verleger mit seinen Vorstellungen nicht hinter dem Berg hielt: die Tänze sollten sein „wie Brahms die ungari-schen bearbeitet hat, wohl etwas leichter, jedoch nicht kinderleicht, brilliant und effektvoll, wechselnd in der Stimmung und in der Farbe, wechselnd in der Empfindung und nicht zu kurz.“ Ursprünglich für Klavier zu vier Händen komponiert, war Dvořák sich der Wirkung durchaus bewusst, als er sie – wiederum auf Betreiben Simrocks – instrumentierte, „daß sie klingen wie der Teufel“.
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