Johann Strauß (Sohn) (1825 - 1899)
„Kaiserwalzer“ op. 437
Der aus einer berühmten österreichischen Musikerfamilie stammende Johann Strauß (Sohn) wurde am 25. Oktober 1825 in einem Vorort Wiens geboren. Sein gleichnamiger Vater hatte 1825 eine eigene Kapelle gegründet und entwickelte gemeinsam mit Joseph Lanner die für das 19. Jahrhundert verbindliche und nach Rhythmus und Instrumentierung charakteristische Wienerische Form des Walzers. Für seinen Sohn sah er ursprünglich eine Laufbahn als Beamter vor, doch ermöglichte die Mutter dem Sohn ein Musikstudium beim Basslehrer Hofman. Doch bald kam es zum endgültigen Bruch mit den Eltern und Johann Strauß (Sohn) gründete eine eigene Kapelle, die sofort in Konkurrenz zu derjenigen des Vaters trat. Nach dem Tod des Vaters übernahm er dessen Orchester und wurde 1863 zum k.k. Hofball-Musikdirektor ernannt, d.h. er leitete alle Hofbälle. Durch zahlreiche Tourneen innerhalb Europas und Nordamerikas trug er zur internationalen Popularisierung des in seiner Musik unnachahmlichen „Wiener Charmes“ bei. Bis 1871 komponierte auch der Sohn ausschließlich Tanzmusik, was seinen Ruf als „Walzerkönig“ begründete. Einer der bekanntesten Walzer aus der Feder Johann Strauß (Sohn) ist „An der schönen blauen Donau“, der 1865 als Auftragswerk des Wiener Männer-Gesangsvereins entstand. Anfangs war dieses Stück mit einem belanglosen Faschingstext versehen, auf den heute verzichtet wird. Traditionell steht dieser Walzer beim legendären Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker kurz vor Schluss mit auf dem Programm.
Ein Zusammentreffen mit Jacques Offenbach 1864 regte Johann Strauß (Sohn) zum Schaffen von Operetten an. Mit dem Werk „Die Fledermaus“ (1874), die sich bis heute mit seinen Walzern und Polkas fest im Repertoire der Opernhäuser etabliert hat, leitete er die „goldene Ära der Wiener Operette“ ein. Es folgten Premieren zu „Der lustige Krieg“, „Eine Nacht in Venedig“, der „Zigeunerbaron“ und „Wiener Blut“, um nur einige zu nennen. Doch auch weiterhin entstanden zahlreiche Walzer. Der 1889 für die Eröffnung des Etablissements Königsbau in Berlin geschriebene „Kaiserwalzer“ op. 437, erfreut sich noch heute besonderer Beliebtheit. Er war ursprünglich als Symbol der politischen Verbundenheit des österreichischen und deutschen Kaiserreiches unter dem Titel „Hand in Hand“ konzipiert