Joaquín Rodrigo (1901 - 1999) Concierto de Aranjuez
| Kom_Konzert Juli 2006 |
Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)
Concierto de Aranjuez
Bereits in seinem dritten Lebensjahr erblindete Rodrigo infolge einer Erkrankung an Diphterie. Wie er selber später sagte, führte diese Tatsache ihn schon frühzeitig zur Musik. Nach seinem ersten Musikunterricht auf der Violine und dem Klavier studierte er am Konservatorium in Valencia bis 1927 Komposition und ging anschließend nach Paris, wo er seine musikalische Ausbildung in den Fächern Komposition, Klavier und Harmonielehre an der „Ecole Normale de Musique“ u.a. bei Paul Dukas bis zum Jahre 1932 vervollkommnete. Ab 1939 verlegte er seinen Wohnsitz wieder nach Madrid. Dort übernahm er 1948 an der Universität den Lehrstuhl für Musikgeschichte und wurde 1950 Mitglied der Academia de bellas artes de S. Fernando, bis er schließlich von der Universität von Salamanca die Ehrendoktorwürde erhielt.
Rodrigos Kompositionen lassen sich größtenteils dem Neoklassizismus zuordnen. Elemente der nationalen Folklore werden lediglich als pittoreske Effekte verwendet – als spanische Elemente einer vergangenen Epoche. Besonders interessierte ihn die Gattung des Konzertes. Durch den Kontakt zu Gerardo Diege und Dámaso Alonso 1938 während eines Sommerkurses an der neu eröffneten Universität in Santander, wo er als Dozent eingeladen war, erhielt er erneut Kontakt zum spanischen Kulturleben. Wieder nach Paris zurückgekehrt, während eines lunches mit dem Gitarristen Regino Saiz de la Maza, entstand die Idee zu einem Gitarrenkonzert. Daraufhin komponierte er sein heute bekanntestes Werk das „Concierto de Aranjuez“ für Gitarre und Orchester. Mit diesem Werk avancierte er zum bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Spaniens. Das Konzert ist eine Hommage an den Flamenco und enthält neben anderen auch Einflüsse der orientalischen Folklore. Rodrigo benannte es nach der Sommerresidenz der spanischen Könige.
Wesentliche Elemente des ersten Satzes bilden der Rhythmus des angeschlagenen Gitarrenakkordes und die von einer Violine gespielte Melodie. Der melancholisch gefärbte Mittelsatz orientiert sich an der Saeta – einem Klagegesang, wie er während der jährlichen Prozession durch Sevilla angestimmt wird. Im Mittelpunkt des dritten Satzes steht ein spielerischer spanischer Tanz.
Rodrigo schuf damit eines der ersten Gitarrenkonzerte unseres Jahrhunderts – und das wohl populärste.
CDS
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