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Jacob Unico Willem van Wassenaer 6 Concerti Armonica: Concerto Nr. 4 G-Dur Wassenaer

Kom_Konzert Juli 2007

Jacob Unico Willem van Wassenaer (1692 - 1766)

6 Concerti Armonica: Concerto Nr. 4 G-Dur Wassenaer

wassenaer Wie so oft in der Musikgeschichte gibt sie uns Rätsel auf. Die verschiedensten Gründe – beispielsweise erhofften sich unbekannte Komponisten eine höhere Aufmerksamkeit für ihre Werke – ließen die Komponisten ihre Werke unter falschen Namen oder gänzlich anonym erscheinen. Auch bei den sechs Concerti Armonica tappten die Musikwissenschaftler lange im Ungewissen. Neuere Editionen basierten auf Handschriften des 19. Jahrhunderts, die in der Kongress-Bibliothek in Washington aufbewahrt werden. Das Manuskript nennt als Komponisten Pergolesi, doch die Komposition dieser Concerti unterscheidet sich in ihrer Anlage sehr von seinen anderen Werken, was gewisse Zweifel an der Urheberschaft aufkommen lies. Nach dem letzten Krieg fand sich ein alter Stich, der um 1740 in Den Haag durch den italienischen Tonkünstler Carlo Ricciotti herausgegeben wurde. Doch ein Widmungsblatt an den Grafen Bentinck beschreibt: „Ich beschränke mich daher darauf, ergeben zu bitten, diese Arbeit umso lieber anzunehmen, als sie von einer erlauchten Hand stammt[…]“ lässt auch an der Urheberschaft Ricciottis zweifeln. Noch 1951 steht im Vorwort der Partitur: „Trotz eifrigster Bemühungen ist es dem Herausgeber des vorliegenden Concertinos nicht gelungen, zu ermitteln, wer der Urheber ist, Ricciotti, Pergolesi oder ein dritter Unbekannter. Solange das Original-Manuskript nicht gefunden ist, wird über der Urheberschaft ein geheimnisvolles Dunkel schweben.“ Dieses Geheimnis lüftete sich, als 1980 das Originalmanuskript gefunden wurde und den holländische Graf Jacob Unico Willem van Wassenaer als Urheber dieser Concerti identifizierte. Überraschend ist allerdings, dass ein quasi Amateur nur ein einziges Mal eine so gute Serie an Stücken geschrieben hatte. Die sechs Konzerte zeugen von echter Originalität und zählen zum Stammrepertoire der Streichorchester. Die Struktur der Konzerte entspricht dem Muster der Kirchensonate (langsam-schnell-langsam-schnell) und möglicherweise waren sie für einen Gottesdienst bestimmt. Die großartige Melodik lässt in Anklängen das Zeitalter der „Empfindsamkeit“ vorausahnen.

 

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Konzert Juli 2007

Programm

Jacob Unico Willem van Wassenaer

aus: 6 Concerti Armonici: Concerto Nr. 4 G-Dur


1. Largo
2. Da capella (non presto)
3. Largo affettuoso
4. Allegro

Peter Iljitsch Tschaikowsky

Variationen über ein Rokokothema für Violoncello und Orchester op. 33

 

Modest Mussorgsky

„Bilder einer Ausstellung“

orchestriert von Maurice Ravel

Promenade                    
1. Der Gnom
Promenade
2. Das alte Schloss
Promenade
3. Tuilerien
4. Der Ochsenkarren
Promenade
5. Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen
6. Samuel Goldenberg und Schmuyle
7. Der Marktplatz von Limoges
8. Die Katakomben
Cum mortius in lingua mortua
9. Die Hütte auf Hühnerkrallen (Baba Yaga)
10. das große Tor von Kiew

Valentino Worlitzsch

wurde 1989 in Hannover geboren und erhielt schon mit 4 Jahren den ersten Cellounterricht bei Prof. Christiane Aydintan. Noch im gleichen Jahr begann er bei Prof. Martin Dörrie mit dem Klavierspiel, das er ab 2000 bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling und Mareike Morr fortsetzte. Von 2003-2006 studierte er Cello bei Prof. Klaus Heitz am Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter der Hochschule für Musik und Theater Hannover  und wurde anschließend an der Hochschule Jungstudent. Bei zahlreichen Wettbewerben von „Jugend musiziert“ konnte er sowohl auf dem Cello, als auch mit dem Klavierspiel und im kammermusikalischen Bereich erste Preise sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene erringen. Außerdem erhielt er verschiedene Sonderpreise wie 2005 den Kammermusikpreis des Staatsorchesters Hannover und von der Deutschen Stiftung Musikleben 2005 und 2006 den Eduard-Söring-Preis.
Seit dem Frühjahr 2005 ist Valentino Worlitzsch Mitglied des Niedersächsischen Jugendsinfonieorchesters und ab Herbst des gleichen Jahres dort Solocellist.
Schon frühzeitig sammelte er auch solistische Erfahrungen. Aus seinem umfangreichen Repertoire spielte er neben den Rokoko-Variationen von Peter Tschaikowsky das Cellokonzert Nr. 9 B-Dur von Luigi Boccherini, das Cellokonzert a-moll op. 52 von Hans Pfitzner und das Cellokonzert von Aram Khatschturian u.a. gemeinsam mit dem Studentenorchester der Musikhochschule Hannover.