Peter Iljitsch Tschaikowsky
Variationen über ein Rokokothema für Violoncello und
Orchester op. 33
Tschaikowsky hat keinen Komponisten so sehr verehrt wie Mozart. Die „Rokoko-Variationen“ sind als eine Huldigung an das große Vorbild gedacht. Trotzdem ist es ein völlig eigenständiges Werk im Gegensatz zur 4. Orchestersuite „Mozartiana“. Das Variationsthema in Rokoko-Manier erinnert zwar an den Wiener Klassiker, ist aber in seiner musikalischen Sprache ein romantisches Stück im Stile Tschaikowskys.
Das Ende 1876 entstandene Werk widmete er seinem Freund, dem deutschen Cellisten Wilhelm Fitzenhagen, der wie er als Professor am Moskauer Konservatorium wirkte. Im Jahre 1879 trug er die Variationen beim Wiesbadener Musikfest zum ersten Mal vor. Franz Liszt, der die Uraufführung miterlebte, schrieb Tschaikowski darüber: „Das ist doch endlich einmal wieder Musik.“ Doch lange Zeit blieb Fitzenhagen der einzige Interpret des Werkes, vielleicht nicht zuletzt, weil die Variationen dem Cellisten großes virtuoses Können abverlangen.
In den ersten beiden Variationen – beide in A-Dur – trägt das Soloinstrument das von Triolenvariationen umspielte Thema vor, das in der Folge abwechslungsreiche Veränderungen erfährt. Die dritte Variation in C-Dur lässt erkennen, dass Tschaikowsky zwar beim Thema mit dem 18. Jahrhundert spielt, die Verarbeitung desselben geschieht jedoch in erzromantischer Manier. Ein schwärmerisches Andante sostenuto im Dreiviertel-Takt lässt das Solo-Cello sich aussingen. Die vierte Variation trägt einen tänzerischen Charakter. In der fünften Variation übernimmt die Flöte das Thema und wird mit einer Trillerkette vom Cello begleitet. Danach kann der Cellist in einer hochvirtuosen auskomponierten Kadenz brillieren. Anschließend erklingt in der sechsten Variation eine ausdrucksvolle Romanze mit einer Pizzicatobegleitung der Streicher. Mit der siebten, marschartigen Variante klingt das Stück im wirbelnden Allegro vivo aus.