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Kom_Konzert Juni 2004

Kom_Konzert Juni 2004

Ludwig van Beethoven (1770-1827)

6. Sinfonie F-Dur op. 68 „Pastorale“

beethoven Die 6. Sinfonie entstand praktisch zeitgleich (1807/1808) mit der 5. Sinfonie und war Graf Rasumowsky gewidmet. Beide Sinfonien kamen am 22. Dezember 1808 in Wien zur Uraufführung. Als anregendes Moment für die Komposition einer „pastoralen“ Sinfonie gilt Beethovens große Naturliebe - die Idee von der Harmonie zwischen Mensch und Natur. Seine Absicht war es, nicht „Tonmalerei“ zu  komponieren; sondern die natürlichen Erscheinungen in Musik zu übersetzen. So ahmte er nicht Donnerschläge nach, sondern deren Wirkung auf den Menschen und auch nicht „naturalistische“ Vogelrufe, denn der Kuckuck singt in der Natur die kleine Terz, sondern es wurde eine Analogie im Medium Musik gefunden.

Entgegen jeder Tradition ist die „Pastorale“ fünfsätzig, die im fünften Satz  eine neue Form des Finale darstellt. Der vierte Satz „Gewitter“ ist vor dem Finale der äußere Höhepunkt der Sinfonie, während den inneren Höhepunkt der Schlußsatz bildet.

Die Sätze drei, vier und fünf gehen jeweils ineinander über. So kann der  Bauerntanz des dritten Satzes als Einleitung zum „Gewitter“ gesehen werden, und dieses führt wieder in den Hirtengesang über. Nur der erste und zweite Satz sind in traditioneller Weise abgeschlossen.

In beiden Sinfonien erweitert Beethoven die Orchesterbesetzung, aber während der vollere Klang in der c-moll –Sinfonie zur Klangverdichtung dient, werden in der 6. Sinfonie die Instrumente filigran gestaffelt eingesetzt. Die ersten beiden Sätze haben die gleiche kammermusikalische Besetzung (Holzbläser, Hörner, Streicher) und bilden somit einen Block. Danach wächst die Besetzung im dritten durch die Trompeten und vierten Satz mit kleiner Flöte, Posaunen und Pauke an, um im letzten Satz schließlich vergleichsweise gemäßigt zu enden.

Ein besonders enthusiastischer Anhänger der „Pastorale“ war z.B. Hector Berlioz, der in seiner „Symphonie Phantastique“ an das bildhafte Genre anknüpfte.

 
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Bedrich Smetana (1824 - 1884)

„Die Moldau“ aus dem Zyklus „Mein Vaterland“

Smetana Bedrich Smetanas musikalischen Talente wurden schon früh von seinen Eltern gefördert. Im Alter von 19 Jahren faßte er den Entschluß, sich künftig ausschließlich der Musik zu widmen. Nachdem er einige Jahre die mit Liszt gemeinsam gegründete Musikschule in Prag leitete, ging er auf Rat seiner Freunde nach Göteborg, um dort zu unterrichten. Doch schon nach wenigen Jahren kehrte er nach Böhmen zurück, da für ihn die Schaffung einer national geprägten Musik ein immer wichtigeres Anliegen wurde.

Vor allem mit der Oper „Die verkaufte Braut“ und der „Moldau“ (Vltava) aus dem Zyklus „Mein Vaterland“ (Má Vlast) gilt Smetana als der Initiator einer eigenständigen tschechischen Oper sowie als Gründer eines tschechischen Nationalstils – und dies zu einer Zeit, in der die Musik der Tschechen im Westen als konservativ und rückständig angesehen wurde und neben der deutschen und der italienischen kaum eine Rolle spielte.

Seit Beendigung seiner Oper „Libusa“ (1872) beschäftigte Smetana sich mit dem Plan, ein großzügig angelegtes sinfonischen Werk mit nationaler Thematik zu schaffen. 1874 entstanden zunächst die beiden eng zusammengehörigen Tondichtungen „Vyserad“ und „Die Moldau“ (Vltava). Ein Jahr später erschien sowohl „Sárka“ als auch „Aus Böhmens Hain und Flur“ und 1878/79  wurden „Tábor“ und „Blanik“ fertiggestellt. Die sechs Tondichtungen fasste er unter dem Namen „Má Vlast“ zusammen.

Die einzelnen Teile des Zyklus schildern Mythen („Vyserad“, „Sarka“), böhmische Landschaften („Die Moldau“, „Aus Böhmens Hain und Flur“) und nationale Geschichte („Tabor“, „Blanik“).  Die sechs Tondichtungen sind jeweils einsätzig und als selbständig zu betrachten.  Der zyklische Zusammenhang gründet sich musikalisch auf gemeinsame Themen und Motive.

„Die Moldau“ spiegelt im ununterbrochen rauschenden Strom den Lauf des Flusses von der Quelle bis zum Hügel Vyserad wieder. Die Form dieser Tondichtung ist rondoartig. Flöte und Klarinetten stimmen, stellvertretend für die beiden Quellen der Moldau, ein Wellenmotiv an. Dort, wo sie sich treffen, übernehmen die Streicher das Motiv und – davon weiter untermalt – setzt das Hauptthema ein: eine majestätisch ausgestaltete und stolze Volksmelodie, die den Strom der Moldau repräsentiert.

 

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Leonie Bessert-Nettelbeck wurde am 25.10.1982 in Braunschweig geboren. Mit 5 Jahren erhielt sie in Hannover den ersten Geigenunterricht bei Josef Gorbatov. Nach drei Jahren wechselte sie zu Prof. Atila Aydintan, der an der Hochschule für Musik und Theater Hannover lehrt. In dieser Zeit gewann sie bei „Jugend musiziert“ mehrfach erste Preise auf Regional- und Landesebene und wurde 1993 Preisträgerin im Bundeswettbewerb. Noch  im gleichen Jahr nahm sie an einem Meisterkurs in Griechenland in Porto Carras teil.

Während ihrer Schulzeit spielte Leonie Bessert-Nettelbeck solistisch und in verschiedenen Kammermusikensembles. Außerdem war sie gleichzeitig Mitglied in mehreren Orchestern, unter anderem im CJD Symphonieorchester und im Niedersächsischen Jugendsymphonieorchester.

2000 wechselte Leonie Bessert-Nettelbeck  zu Volker Worlitzsch Konzertmeister der NDR Radiophilharmonie und wurde 2002 im Fach StreicherKammermusik bei „Jugend musiziert“ mit ihrem Streichquintett 1. Preisträgerin auf Landesebene. Seit 2001 ist Leonie Bessert-Nettelbeck Mitglied und seit dem SS 2002 Konzertmeisterin des Symphonieorchesters der Medizinischen Hochschule Hannover, an der sie im WS 2002 auch ihr Medizinstudium begann.