Kom_Konzert Juni 2004
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
6. Sinfonie F-Dur op. 68 „Pastorale“
Entgegen jeder Tradition ist die „Pastorale“ fünfsätzig, die im fünften Satz eine neue Form des Finale darstellt. Der vierte Satz „Gewitter“ ist vor dem Finale der äußere Höhepunkt der Sinfonie, während den inneren Höhepunkt der Schlußsatz bildet. Die Sätze drei, vier und fünf gehen jeweils ineinander über. So kann der Bauerntanz des dritten Satzes als Einleitung zum „Gewitter“ gesehen werden, und dieses führt wieder in den Hirtengesang über. Nur der erste und zweite Satz sind in traditioneller Weise abgeschlossen. In beiden Sinfonien erweitert Beethoven die Orchesterbesetzung, aber während der vollere Klang in der c-moll –Sinfonie zur Klangverdichtung dient, werden in der 6. Sinfonie die Instrumente filigran gestaffelt eingesetzt. Die ersten beiden Sätze haben die gleiche kammermusikalische Besetzung (Holzbläser, Hörner, Streicher) und bilden somit einen Block. Danach wächst die Besetzung im dritten durch die Trompeten und vierten Satz mit kleiner Flöte, Posaunen und Pauke an, um im letzten Satz schließlich vergleichsweise gemäßigt zu enden. Ein besonders enthusiastischer Anhänger der „Pastorale“ war z.B. Hector Berlioz, der in seiner „Symphonie Phantastique“ an das bildhafte Genre anknüpfte. Kommentar schreiben
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