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Kom_Konzert_Juni_2009

Kom_Konzert_Juni_2009

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)

Ouvertüre "Ein Sommernachtstraum"


mendelssohn2b Mendelssohns Ouvertüre zu Shakespeares Sommernachtstraum entstammt einer glücklichen Lebensphase des aus wohlhabenden Hause stammenden Felix. Seine Eltern führten ein gastliches Haus in der Leipziger Straße 3 in Berlin, in dem sich die geistigen und kulturellen Größen ihrer Zeit (von Arnim bis Zelter) die Klinke in die Hand gaben. Mit seinem parkähnlichen Garten und den regelmäßigen privaten Sonntagskonzerten bot es dem siebzehnjährigen Mendelssohn einen idealen Rahmen, sich künstlerisch zu entfalten. Angesteckt von der allgemeinen, durch die Schlegel-Tieckschen Übersetzungen verbreiteten romantischen Shakespeare-Begeisterung schuf Mendelssohn eines seiner frühesten Meisterwerke, das im 19. Jahrhundert untrennbar mit Shakespeares Sommernachtstraum verknüpft war.
Aus der verwirrenden Handlung um das Elfenpaar Oberon und Titania schuf Mendelssohn ein Werk mit Zügen einer Programmouvertüre, in dem vor allem der schwirrende Elfenspuk und der derbe Rüpeltanz ihre klangliche Entsprechung finden. Die wie Eselsrufe klingenden Dezimen lassen an den Handwerksburschen „Zettel“ denken, dem der übermütige Kobold Puck einen Eselskopf angehext hat. Anfangs als vierhändiges Klavierstück entworfen, dann als Orchesterwerk ausgearbeitet, im privaten Rahmen erprobt und 1827 in Stettin schließlich öffentlich uraufgeführt, trat das Werk seinen Siegeszug durch die europäischen Konzertsäle an und stand bereits 1830 in einem New Yorker Konzert auf dem Programm. 1843 komplettierte Mendelssohn schließlich im Auftrag von Friedrich Wilhelm dem IV. die Schauspielmusik, die u.a. durch den Hochzeitsmarsch weitere Berühmtheit erlangte.

 
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Joseph Haydn (1732 - 1809)

Symphonie Nr. 94 „Mit dem Paukenschlag“ - G-Dur

Joseph_Haydn „Ich bin Salomon von London und komme, Sie abzuholen. Morgen werden wir einen Akkord schließen und reisen.“ - mit diesen Worten soll der in London ansässige Geiger, Komponist, Dirigent und Musikimpressario Johann Peter Salomon Joseph Haydn 1790 überfallen haben. Haydn war zu diesem Zeitpunkt durch den Tod seines adeligen Dienstherren gerade erst der drängenden „Einöde“ von Schloss Eszterháza entkommen. Fürst Nikolaus Eszterházy (1714 – 1790), „der Prachtliebende“ hatte eine gigantische Schlossanlage nach Versailler Vorbild – samt Saugehegen, Opernhaus und Marionettentheater – in den ungarischen Morast gesetzt. Das ganze Ensemble hatte er mit allen erdenklichen, der Prachtentfaltung dienlichen Präziosen ausstaffiert, wozu er unter anderem auch seinen Kapellmeister Haydn zählte, über dessen Dienste er nahezu dreißig Jahre eifersüchtig wachte. Mit dem Tode des Fürsten implodierte der gesamte Provinzhofstaat, hinterließ einen gigantischen Schuldenberg von 3,8 Millionen Gulden (ca. 95 Millionen Euro), aber ermöglichte Haydn endlich die ersehnte Freiheit. Der von Salomon klug organisierte erste Englandaufenthalt sollte eineinhalb Jahre dauern und war nicht nur Haydns europaweitem Ruhm zuträglich, ökonomisch erfolgreich, sondern auch künstlerisch höchst produktiv. Ein gutes Dutzend „Londoner Symphonien“ komponierte Haydn, wozu auch Symphonie Nr. 94 mit der treffenderen englischen Bezeichnung „surprise“ zählt. Zusätzlich angestachelt wurde Haydns Produktivität durch die offenbar auch damals schon polarisierende englische Presse, die versuchte, Haydns Schüler Ignaz Pleyel öffentlichkeitswirksam gegen Haydn in Stellung zu bringen. Haydn – von seinem Biographen Georg August Griesinger auf seine Londoner Jahre angesprochen – widersprach der populären Vermutung, er habe den „Paukenschlag“ in seinem Andante als pädagogische Maßnahme für schläfrige Konzertbesucher komponiert; es sei ihm vielmehr darum gegangen „ ... das Publikum durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brilliante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel, meinem Schüler, ablaufen zu lassen ...“  Die Sorge war unbegründet: Über die Uraufführung am 23.03.1792 berichtet Haydn seinem Biographen: „Das erste Allegro meiner Symphonie wurde schon mit unzähligen Bravos aufgenommen, aber der Enthusiasmus erreichte bey dem Andante mit dem Paukenschlag den höchsten Grad. Ancora, Ancora! Schallte es aus allen Kehlen, und Pleyel selbst machte mir über meinen Einfall sein Kompliment.“                          
Heino Gärtner

 
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Paul Dukas (1865 - 1935)

Scherzo L'Apprenti Sorcier

Paul_Dukas_01 Deutlicher noch als Mendelssohns „Sommernachtstraum“ lässt sich Paul Dukas „Zauberlehrling“ der Programmmusik zuordnen. Der außermusikalische Bezug, der ein Wesensmerkmal der Programmusik ist, wurde vom Komponisten ausdrücklich in den Untertitel seines Werkes aufgenommen: „Nach einer Ballade von Goethe“. Goethes Ballade vom Zauberlehrling erzählt die Geschichte des vorwitzigen Magieauszubildenden, der die Abwesenheit seines Lehrmeisters nutzt, um seine eigenen Zauberkünste an einem Besen zu erproben. Das Reinigungsgerät soll dem Lehrling das lästige Wasserschleppen abnehmen, gerät aber außer Kontrolle, als der Zauberlehrling versucht, den scheinbar dienstbaren Geist wieder zum Stillstand zu bringen. Erschreckt  muss er feststellen, dass weder seine magischen Kräfte noch die wütend geschwungene Axt dem verhexten Besen Einhalt gebieten können, sondern allein der – zum dramatisch passenden Zeitpunkt zurückkehrende – Meister. Dukas hat sowohl einzelne Elemente, wie den zum Leben erweckten Besen als Fagottthema oder den perkussiv umgesetzten Axtschlag, als auch die dramatische Entwicklung der Ballade, wie das immer unbarmherzigere Marschieren der Besen und das immer stärker anschwellende Wasser, musikalisch umgesetzt.  
Wer will, kann sogar in dem seufzenden Bratschensolo gegen Ende des Stücks so etwas wie ein reuiges Schuldeingeständnis des ungehorsamen Lehrlings hören und in dem darauffolgenden Schlussakkord im fortissimo den strafenden Klaps mit dem Besen. Das tat offensichtlich Walt Disney, der mit seiner filmischen Umsetzung mit Mickey Maus als Zauberlehrling im Jahre 1940 dem Werk zu weiterer Bekanntheit verhalf. Bereits die Uraufführung am 18.05.1897 war ein großer Erfolg, so dass der „Zauberlehrling“ heute als Dukas' bekanntestes Werk gilt. Dukas selbst war extrem selbstkritisch, hat nur wenige Werke veröffentlicht und seine ab 1912 geschaffenen Werke aus ungeklärten Gründen nahezu vollständig verbrannt.

 

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Karsten Zinser, Sprecher
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Karsten Zinser wurde 1978 in Berlin geboren. Schon während seiner Ausbildung an der Schauspielschule Berlin spielte er am Teatr Studio Berlin, u.a. die Titelrolle in „Woyzeck“. In der Spielzeit 2006/07 war Karsten Zinser als Gast am Schlosstheater in „Maria Stuart“ (französischer Gesandter), „Der Mann von La Mancha“ (Anselmo) und „Sonny Boys“ (Regieassistent) zu sehen. Seit der Spielzeit 2007/ 2008 ist er festes Ensemblemitglied am Schlosstheater Celle. Dort spielte er u.a. den Filch in „Die Dreigroschenoper“, einen Agenten und Titorelli in „Der Prozess“ und den Piccolo in „Im weißen Rössl“. In der Spielzeit 2007/08 führte er Regie für das Projekt „Wartmakurz“ des Celler Theaterjugendclubs.

Konzert Juni 2009


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

"Ein Sommernachtstraum!, op.21 - Ouvertüre

 

Paul Dukas (1865-1935)

"Der Zauberlehrling" nach einer Ballade von J.W.v. Goethe

Sprecher: Karsten Zinser


Joseph Haydn (1732-1809

Symphonie mit dem Paukenschlag Nr. 94, G-Dur

1. Adagio cantabile - Vivace assai

2. Andante

3. Menuet Allegro molto - Trio

4. Finale. Allegro di molto