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Joseph Haydn (1732 - 1809)

Symphonie Nr. 94 „Mit dem Paukenschlag“ - G-Dur

Joseph_Haydn „Ich bin Salomon von London und komme, Sie abzuholen. Morgen werden wir einen Akkord schließen und reisen.“ - mit diesen Worten soll der in London ansässige Geiger, Komponist, Dirigent und Musikimpressario Johann Peter Salomon Joseph Haydn 1790 überfallen haben. Haydn war zu diesem Zeitpunkt durch den Tod seines adeligen Dienstherren gerade erst der drängenden „Einöde“ von Schloss Eszterháza entkommen. Fürst Nikolaus Eszterházy (1714 – 1790), „der Prachtliebende“ hatte eine gigantische Schlossanlage nach Versailler Vorbild – samt Saugehegen, Opernhaus und Marionettentheater – in den ungarischen Morast gesetzt. Das ganze Ensemble hatte er mit allen erdenklichen, der Prachtentfaltung dienlichen Präziosen ausstaffiert, wozu er unter anderem auch seinen Kapellmeister Haydn zählte, über dessen Dienste er nahezu dreißig Jahre eifersüchtig wachte. Mit dem Tode des Fürsten implodierte der gesamte Provinzhofstaat, hinterließ einen gigantischen Schuldenberg von 3,8 Millionen Gulden (ca. 95 Millionen Euro), aber ermöglichte Haydn endlich die ersehnte Freiheit. Der von Salomon klug organisierte erste Englandaufenthalt sollte eineinhalb Jahre dauern und war nicht nur Haydns europaweitem Ruhm zuträglich, ökonomisch erfolgreich, sondern auch künstlerisch höchst produktiv. Ein gutes Dutzend „Londoner Symphonien“ komponierte Haydn, wozu auch Symphonie Nr. 94 mit der treffenderen englischen Bezeichnung „surprise“ zählt. Zusätzlich angestachelt wurde Haydns Produktivität durch die offenbar auch damals schon polarisierende englische Presse, die versuchte, Haydns Schüler Ignaz Pleyel öffentlichkeitswirksam gegen Haydn in Stellung zu bringen. Haydn – von seinem Biographen Georg August Griesinger auf seine Londoner Jahre angesprochen – widersprach der populären Vermutung, er habe den „Paukenschlag“ in seinem Andante als pädagogische Maßnahme für schläfrige Konzertbesucher komponiert; es sei ihm vielmehr darum gegangen „ ... das Publikum durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brilliante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel, meinem Schüler, ablaufen zu lassen ...“  Die Sorge war unbegründet: Über die Uraufführung am 23.03.1792 berichtet Haydn seinem Biographen: „Das erste Allegro meiner Symphonie wurde schon mit unzähligen Bravos aufgenommen, aber der Enthusiasmus erreichte bey dem Andante mit dem Paukenschlag den höchsten Grad. Ancora, Ancora! Schallte es aus allen Kehlen, und Pleyel selbst machte mir über meinen Einfall sein Kompliment.“                          
Heino Gärtner

 

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Karsten Zinser, Sprecher
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Karsten Zinser wurde 1978 in Berlin geboren. Schon während seiner Ausbildung an der Schauspielschule Berlin spielte er am Teatr Studio Berlin, u.a. die Titelrolle in „Woyzeck“. In der Spielzeit 2006/07 war Karsten Zinser als Gast am Schlosstheater in „Maria Stuart“ (französischer Gesandter), „Der Mann von La Mancha“ (Anselmo) und „Sonny Boys“ (Regieassistent) zu sehen. Seit der Spielzeit 2007/ 2008 ist er festes Ensemblemitglied am Schlosstheater Celle. Dort spielte er u.a. den Filch in „Die Dreigroschenoper“, einen Agenten und Titorelli in „Der Prozess“ und den Piccolo in „Im weißen Rössl“. In der Spielzeit 2007/08 führte er Regie für das Projekt „Wartmakurz“ des Celler Theaterjugendclubs.

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4. Finale. Allegro di molto