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Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791)

Kom Konzert Februar 2011

Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319

„Euer Hochfürstl[liche] Gnaden [...] erlauben mir demnach Gnädigst, daß ich Höchstdieselbe um meine Dienstentlassung bitte [...]“. Mit diesen Worten, die der Vater für ihn verfasst hat, wendet sich der einundzwanzigjährige Mozart an seinen Salzburger Dienstherren, den Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo. Mozart wollte und sollte endlich der Enge Salzburgs entfliehen und der Familie mit seinem Talent Ruhm und Reichtum erwerben, woran der „Erzlimmel“, wie Mozart im geheimen schimpfte, ihn durch sein stoisches Beharren auf die Einhaltung der Dienstpflichten hindere. Colloredo war ein für seine Zeit fortschrittlich denkender Mann, der Mozarts Talent durchaus zu schätzen wusste, dennoch war er natürlich zu standesbewusst, als dass er die „Dreistigkeiten“ eines ständig mit der herrschenden Klasse hadernden Mozarts toleriert hätte. Als die Mozarts die Rechtmäßigkeit ihres Ansinnens sogar aus dem  Evangelium herleiten wollen, notiert der genervte Erzbischof „daß Vater und Sohn nach dem Evangelio die Erlaubniss haben ihr Glück weiter zu suchen“ und wollte beide vor die Tür setzen. Mit viel Schmeicheln und Katzbuckeln muss es Mozarts Vater wohl dennoch gelungen sein, sowohl seine Entlassung zu verhindern als auch die Beurlaubung seines Sohnes zu erwirken, der gemeinsam mit seiner Mutter das erste Mal ohne die direkte Kontrolle seines Vaters reisen durfte. Neben anderen Stationen ist Paris das wichtigste Ziel, in dem sich Mozart der Beschränktheit seiner orchestralen Möglichkeiten in Salzburg schmerzlich bewusst wird. So schreibt er später an seinen Vater „Ach, wenn wir hier nur clarinetti hätten! - sie glauben nicht was eine sinfonie mit flauten, oboen, und clarinetten einen herrlichen Effect macht.“
Um so erstaunlicher ist es, was Mozart, der nach seiner Reise wieder in die Dienste Colloredos geht, aus der in Salzburg verbrachten Periode macht, in die auch die Entstehung der Sinfonie Nr. 33 fällt. Zwar wird immer deutlicher, dass Mozart dort auf Dauer keineswegs „mit embsigen Fleis ohnklagbar“ seine Pflicht erfüllt, wie es in seinem Anstellungsdekret niedergelegt ist: Im Gegenteil, der Konflikt mit Colloredo spitzt sich immer weiter zu und endet mit dem berühmten Zusammenstoß Mozarts mit dem Grafen Arco, der ihn, wie Mozart es mit der ihm eigenen Drastik formuliert mit einem „Tritt im arsch“ zur Tür hinauswirft und damit sein Dienstverhältnis beendet.
So kann man Mozarts Sinfonie Nr. 33 in vieler Hinsicht als ein Dokument der Reife und der Flexibilität im Umgang mit den bestehenden Verhältnissen betrachten: Nicht nur, dass Mozart die in Paris erlebte und durch eigene Werke geübte Klangfülle einer stärkeren Bläserbesetzung durch geschickte Satztechnik auch mit beschränkterem Instrumentalapparat erlebbar machte, und sein Werk so auch für Adelige mit einem kleinen Orchester attraktiv blieb. Darüber hinaus gestaltete er die Sinfonie einmal dreisätzig (wie es in Salzburg üblich war) und einmal viersätzig (wie man es in Wien bevorzugte). Dass Mozart keine Hemmungen hatte, die damals bereits in Wien verlegte Sinfonie dem Fürsten Fürstenberg in Donaueschingen als „eigenst nur für ihren Hof allein von mir gesetzte Stücke“ anzudienen, zeugt davon, dass er sich wohl auch im Umgang mit dem Adelsstand eine gewisse Flexibilität erworben hatte.

 
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Solist Jaroslaw Galuszka
Jaroslaw Galuszka wurde 1981 in Jelenia Góra (Nieder-schlesien) geboren. Seinen ersten Akkordeonunterricht erhielt er im Alter von acht Jahren. 2001 begann er sein Studium an der Musikakademie in Lodz in der Akkordeonklasse von Prof. Bogdan Dowlasz, setzte es 2004 an der Warschauer F. Chopin-Musikakademie bei Prof. Jerzy Jurek fort und absolvierte es im Jahre 2006 mit Auszeichnung. Im Januar 2010 hat er sein Masterstudium an der Privatuniversität Konserva-torium Wien in der Akkordeonklasse von Grzegorz Stopa mit Auszeichnung abgeschlossen. Jaroslaw Galuszka nahm an vielen Musikfestivals teil und gewann mehrere Preise bei nationalen Akkordeonwett-bewerben in Polen (u.a. Chelm, Przemysl, Mlawa, Gdansk, Czechowice-Dziedzice, Klodzko). Im Mai 2006 wurde er mit dem 1. Preis in der Kategorie Kammermusik des internationalen Akkordeonwettbewerbes in Klingenthal (Deutschland) ausgezeichnet. Er nahm an zahlreichen Masterkursen von vielen renommierten Pädagogen wie Yuri Shishkin, Aleksander Dmitriev, Friedrich Lips, Mie Miki-Schenck teil. 2006 trat er als Solist mit dem Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks unter der Leitung von Jerzy Maksymiuk auf. Im November 2009 gewann er einen 1. Preis im Alumni-Wettbewerb in Detmold, der ihm den Sonderpreis des SO der MHH einbrachte. Seit 2010 studiert er Konzertexamen im Fach Akkordeon an der Hochschule für Musik Detmold in der Akkordeonklasse von Grzegorz Stopa.
Programm Februar 2011
W. A. Mozart
Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319
1. Allegro assai
2. Andante moderato
3. Menuetto
4. Allegro assai


J. S. Bach
Konzert für (Cembalo) Akkordeon & Orchester g-moll BWV 1041
1. Allegro
2. Andante
3. Allegro assai


Keiko Harada
„Bone+“ für Akkordeon solo

P. I. Tschaikowsky
Nussknacker Suite