"Ihr meine lieben Vasallen, Freunde und Brüder, wollt ihr mir beistehen im harten Kampf?" So ruft der zum Leben erwachte Nussknacker in E.T.A. Hoffmanns phantastischem Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“ eine Armee von Spielzeugsoldaten in den Kampf gegen die gefräßigen Mäuse, die sich am Weihnachtsabend der Pfefferkuchenmänner bemächti-gen wollen. Überhaupt geht es abgründig und zauberhaft in der belebten Spielzeugwelt dieser Erzählung zu, die die Grundlage für Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ bildet, die ihrerseits die Konzertfassung des gleichnamigen Balletts ist. Der Zauber des Weihnachtsfestes kam auch in dem ursprünglich intendierten Titel „Suite aus dem Ballett Der Christbaum“ zur Geltung und ließ Tschaikowsky offenbar auch im Alter von nahezu fünfzig Jahren nicht los. So berichtet Sofia Kaschkina von einem im Hause Hubert verbrachten Weihnachtsfest, bei dem Tschaikowsky mit Freunden wie ein Kind in einem Chorowod (einer Art Prozessionstanz) den Christbaum umtanzte. So verwundert es nicht, dass der Schwerpunkt des musikalischen Materials auf dem märchenhaften Teil des Balletts liegt, in dem der Nussknacker – nach erfolgreich geschlagener Schlacht in einen Prinzen verwandelt – in das gastliche Zauberschloss der Zuckerfee (Fee Dragée) schwebt, die dort alle ihre Herrlichkeiten vorführt. Der zweite Teil der Suite – Danses Characteristiques – trug dem durch seine ursprüngliche Bezeichnung „Im Königreich von Zuckerwerk und Spielzeug“ Rechnung. Neben russischen, arabischen und chinesischen Tänzen mit ihrem jeweils charakteristischen Kolorit hat neben dem „Danse des Mirlitons“ (eigentlich ein Kinderblasinstrument, aber auch ein Gebäck) die Zuckerfee ihren großen Auftritt. Eine besondere Rolle spielt dabei ein damals neues Instrument, das Tschaikowsky in Paris entdeckt hatte: die Celesta. Er schrieb dazu an seinen Verleger Peter Jürgenson: „Ich habe in Paris ein neues Orchesterinstrument entdeckt, ein Mittelding zwischen einem kleinen Klavier und einem Glockenspiel, mit einem göttlich schönen Klang […] Ich möchte dich bitten, dieses Instrument kommen zu lassen […] Es darf aber dort [in Petersburg] niemandem gezeigt werden; ich fürchte nämlich, Rimsky-Korsakow und Glasunow könnten die Sache wittern und den ungewöhnlichen Effekt vor mir aufbringen. Ich erwarte eine kolossale Wirkung von diesem neuen Instrument.“ Eine „kolossale Wirkung“ hat Tschaikowskys Komposition in der Tat gehabt. Schon bei der von ihm selbst dirigierten Uraufführung am 7.3.1892 waren die Konzertbesucher so begeistert, dass fünf Stücke wiederholt werden mussten, und noch heute zählt der „Nussknacker“ zu den beliebtesten und meistgespielten Werken Tschaikowskys.
Jaroslaw Galuszka wurde 1981 in Jelenia Góra (Nieder-schlesien) geboren. Seinen ersten Akkordeonunterricht erhielt er im Alter von acht Jahren. 2001 begann er sein Studium an der Musikakademie in Lodz in der Akkordeonklasse von Prof. Bogdan Dowlasz, setzte es 2004 an der Warschauer F. Chopin-Musikakademie bei Prof. Jerzy Jurek fort und absolvierte es im Jahre 2006 mit Auszeichnung. Im Januar 2010 hat er sein Masterstudium an der Privatuniversität Konserva-torium Wien in der Akkordeonklasse von Grzegorz Stopa mit Auszeichnung abgeschlossen. Jaroslaw Galuszka nahm an vielen Musikfestivals teil und gewann mehrere Preise bei nationalen Akkordeonwett-bewerben in Polen (u.a. Chelm, Przemysl, Mlawa, Gdansk, Czechowice-Dziedzice, Klodzko). Im Mai 2006 wurde er mit dem 1. Preis in der Kategorie Kammermusik des internationalen Akkordeonwettbewerbes in Klingenthal (Deutschland) ausgezeichnet. Er nahm an zahlreichen Masterkursen von vielen renommierten Pädagogen wie Yuri Shishkin, Aleksander Dmitriev, Friedrich Lips, Mie Miki-Schenck teil. 2006 trat er als Solist mit dem Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks unter der Leitung von Jerzy Maksymiuk auf. Im November 2009 gewann er einen 1. Preis im Alumni-Wettbewerb in Detmold, der ihm den Sonderpreis des SO der MHH einbrachte. Seit 2010 studiert er Konzertexamen im Fach Akkordeon an der Hochschule für Musik Detmold in der Akkordeonklasse von Grzegorz Stopa.
Programm Februar 2011
W. A. Mozart Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319 1. Allegro assai 2. Andante moderato 3. Menuetto 4. Allegro assai
J. S. Bach Konzert für (Cembalo) Akkordeon & Orchester g-moll BWV 1041 1. Allegro 2. Andante 3. Allegro assai