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HAZ vom 27.02.1992

Kritik

„Feurige Kadenz“


In über zehnjährigem Wirken ist das

Orchester der Medizinischen Hochschule

Hannover ein achtbarer Bestandteil des

Kulturlebebens der Stadt geworden. Das

jüngste Konzert bewies, daß seine Dirigenten

die Möglichkeiten des Orchesters

mit Augenmaß wägen. In dem Geiger Ara

Malikian hatte man auch seinen Star.

Einst Student in Hannover, heute Gast

auf europäischen Konzertpodien, besitzt

er hier noch eine Fangemeinde.

Mozarts düster-verhangene Serenade

c-Moll für acht Bläser stand am Anfang.

Das Niveau eines solchen Ensembles wird

erheblich von Einzelleistungen getragen.

Bastian Heymel achtete auf Homogenität.

und zügiges Musizieren. Verwiesen sei auf

den ausdrucksvollen, schön phrasierten

Vortrag der Solooboe, den die Einsatzpanne

im Menuett auch nicht schmälerte. Unbeschwertheit

und Heiterkeit strahlte

Haydns Sinfonie Nr. 97 aus. Heymel prüfte

dabei spannungserhöhende und Überraschungsmomente

auf ihre Wirksamkeit.

Fast übernunancierend spielte er die Motivik

des Menuettos aus.

Der gewichtigste Programmpunkt,

Beethovens' Violinkonzert D-Dur, beschloß

den Abend. Gravitätisch erklang

das Orchester unter Andreas Hennins Leitung,-

wobei die Kantabilität des ersten

Satzes manchmal zu kantig geriet. Ara

Malikian brillierte in den virtuosen Abschnitten,

die Kadenz veredelte der gebüritige Libanese mit südländischem Feuer,

kräftiges Vibrato aber bewirkte, daß

der Kantilene auch mal ein Ton verrutschte.

Es gab reichlich Beifall und Blumen

Erl.
 

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